Geschichte

Der Name “Llucmajor” ist mit grosser Wahrscheinlichkeit aus den lateinischen Wörtern LUCUS MAIORIS (grosser Wald) abgeleitet. Experten vermuten, dass der Ort in früheren Zeiten von einem grossen Wald umgeben war. Diese Theorie wird heute von den meisten Wissenschaftlern akzeptiert.

Im Süden der Gemeinde befindet sich die prähistorische Wehr- und Wohnanlage von Capocorb Vell, die aus der Bronzezeit stammt. Die Megalithbauten sind das bedeutendste Zeugnis der Insel aus dieser Epoche und gelten wegen ihres guten Zustandes als einmalig im westlichen Mittelmeerraum. Capocorb Vell ist eine der grössten Siedlungen ihrer Art auf Mallorca war eine der ersten Anlagen, die hier ausgegraben und wissenschaftlich untersucht wurden.

Bereits vor der Einführung des Christentums hinterliessen Phönizier, Griechen, Cartager und Römer ihre Spuren in Llucmajor. Die einzigen Zeitzeugen dieser Epoche sind Teile einer an der Marina (Küste) gefundenen Steintafel, auf der lediglich der Ortsname ?Egnatuleia? zu lesen ist.

Nach mehreren Eroberungsversuchen gelangte Mallorca im Jahre 902 unter arabische Herrschaft und erlebte eine Zeit des Wachstums und des Wohlstands.
Wahrscheinlich war Llucmajor damals eine Art Aussiedlerhof, der zur Gemeinde Montuïri gehörte.

Am 31. Dezember 1229 eroberte König Jaume I Mallorca und die Insel erlebte erneut eine Blütezeit. Sein Sohn Jaume II gründete 1300 den Ort Llucmajor.

Der Untergang des Königreiches von Mallorca fand seinen Höhepunkt mit der Schlacht um Llucmajor am 25. Oktober 1349. Der letzte König von Mallorca, Jaume III, verlor hier nicht nur sein Leben, sondern auch sein Königreich, das fortan der Krone Aragons angegliedert wurde.

Einhundert Jahre später, 1543, verlieh Kaiser Karl V Llucmajor das Rechtsprivileg, jedes Jahr vom 29. September bis zum 18. Oktober Jahrmärkte abzuhalten sowie mittwochs einen Wochenmarkt.

Vom XIV bis XVIII Jahrhundert wurde die Südküste Mallorcas von Piratenüberfällen heimgesucht; die gönnten den Mallorquinern keine Atempause. Die Wach- und Signaltürme (talaias) von S’Estelella, Cap Blanc, Cap Enderrocat und Cala Pi künden noch heute von diesem Kampf zur Verteidigung der Küste.

Am 3. Oktober 1916 verlieh König Alfonso XIII Llucmajor das Stadtrecht. Im selben Monat wurden die Markthalle und die Eisenbahnlinie Palma-Santanyí, mit Halt in Llucmajor, eröffnet. Einen Monat später, am 25. November 1916, nahm das erste Elekrizitätswerk “El Porvenir” (Zukunft) seinen Betrieb auf und speiste die öffentliche Strassenbeleuchtung der Stadt.

Bis Anfang des XX Jahrhunderts waren die Land- und Viehwirtschaft die führenden Wirtschaftszweige in Llucmajor. Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts erlebte die Stadt einen wirtschaftlichen Aufschwung, der mit einem starken Bevölkerungszuwachs einherging. Später profitierte Llucmajor als Standort der Schuhherstellung, die heutzutage durch den Tourismus, die Herstellung von Wurstwaren und Likör sowie die Fertigung kunsthandwerklicher Produkte aus Stein, Eisen und Holz ersetzt worden ist.