Ein wenig Geschichte über diesen Baum sowie einige Erlebnisse in Llucmajor, um ihn besser kennenzulernen.
Beim Durchqueren der Landschaft von Llucmajor begegnet man häufig dem Johannisbrotbaum (Ceratonia siliqua L.), einem immergrünen Baum, dessen Stämme sich bei alten Exemplaren ähnlich wie bei uralten Olivenbäumen verdrehen und eine beachtliche Größe erreichen können. Sein Ursprung liegt im östlichen Mittelmeerraum, wo er noch heute wild wächst. Vor Jahrhunderten verbreitete er sich jedoch im gesamten Mittelmeergebiet. Später brachten ihn die Spanier auch in andere warme Regionen der Welt, beispielsweise nach Kalifornien.
Der Baum passt sich gut an trockene Klimazonen und nährstoffarme Böden an und ist äußerst widerstandsfähig gegen Dürre. Es gibt männliche, weibliche und zwittrige Exemplare.
Der Name dieses Baumes leitet sich in verschiedenen Sprachen vom Persischen über das arabische Wort ẖarrūbah ab. Daraus entstanden unter anderem das katalanische Wort garrover und das spanische algarrobo. Der Überlieferung nach ernährte sich Johannes der Täufer in der Wüste von seinen Früchten; deshalb wird er im Deutschen oft als „Johannisbrotbaum“ bezeichnet.
Eine der bemerkenswertesten Besonderheiten dieses Baumes sind seine Samen, deren Größe und Gewicht mit etwa 0,2 Gramm erstaunlich einheitlich sind — genau das offizielle Gewicht eines Karats geschliffenen Diamanten. Aufgrund dieser außergewöhnlichen Gleichmäßigkeit wurden sie seit der Antike als Maßeinheit zum Wiegen von Schmuck und Edelsteinen verwendet.
Tatsächlich stammt das Wort Karat über das arabische qīrāṭ vom griechischen kerátion (Johannisbrot) ab, benannt nach der charakteristischen hornförmigen Gestalt seiner Schoten.
Diese Frucht war ein grundlegender Bestandteil der Wirtschaft von Llucmajor, einer Region mit starker landwirtschaftlicher und viehwirtschaftlicher Tradition. Das Fruchtfleisch diente historisch als Tierfutter und in Zeiten der Knappheit auch als Nahrungsquelle für Bedürftige sowie sogar als raffinierter Ersatz für Schokolade.
Darüber hinaus besaß das aus den Samen gewonnene Gummi einen erstaunlichen technischen Wert: Es wurde zur Appretur und Konservierung von Stoffen verwendet — eine Technik, die so alt ist, dass Spuren davon in den Bandagen ägyptischer Mumien gefunden wurden. Heute erlebt dieser natürliche Schatz eine Wiedergeburt. Die lokale Produktion belebt Johannisbrot-Schokolade und neue handwerkliche Produkte neu und hebt dabei die hervorragenden ernährungsphysiologischen Eigenschaften hervor.
Als unbestrittener Bestandteil der mallorquinischen Landschaft neben dem Olivenbaum erlebte der Johannisbrotbaum seine Blütezeit bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts, noch bevor sich der Mandelbaum verbreitete. Der Fortschritt der landwirtschaftlichen Mechanisierung und der Aufstieg des Dienstleistungssektors veränderten die Wirtschaft der Insel grundlegend und führten zur schrittweisen Aufgabe der Landwirtschaft und der tierischen Zugkraft.
Obwohl sein Marktwert einst historische Tiefstände erreichte, erlebt der Johannisbrotbaum heute eine faszinierende Renaissance. Das Geheimnis liegt in der Vielseitigkeit seiner Produkte: vom wertvollen Johannisbrotkernmehl (einem natürlichen Zusatzstoff aus den Samen) bis hin zum intensiven Geschmack des Blütenhonigs und seines Mehls.
Spanien ist weltweit führend in der Produktion von Johannisbrot; die Balearen sind die zweitgrößte Produktionsregion des Landes, und die Gemeinde Llucmajor mit mehr als 1.000 Hektar Anbaufläche nimmt auf Mallorca eine herausragende Stellung ein.
Möchten Sie Erlebnisse rund um den Johannisbrotbaum entdecken?
Besuch des Museu de la Garrova
Entdecken Sie den Johannisbrotbaum bei einem Besuch des Museu de la Garrova und seiner Aktivitäten:
Backwaren aus Johannisbrot
Informationen zu Herstellung und Bestellungen erhalten Sie direkt bei den Betrieben:
- Forn de Can Tofolet
Ensaimadas mit hausgemachter Cremefüllung
C. de Sant Joan, 16, Llucmajor
Tel.: +34 971 660 314 - Forn de Can Vicens
Bauernbrot, Cremadillos, Gató, Quarto und Ensaimadas
Pça. d’Espanya, 44, Llucmajor
Tel.: +34 971 669 797
Festa de la Garrova Estrucada
Die Festa de la Garrova Estrucada oder s’Estrucada ist Teil des Festprogramms zu Ehren der Schutzpatronin Santa Càndida von Llucmajor und findet in den ersten Augustwochen statt.
Produkte aus Johannisbrot
- Es Garrover de Mallorca
C/ de la Marina, 107, Llucmajor
Tel.: +34 630 275 775
Weitere Informationen
- Herboristería Tot Remei
C/ de la Font, 70, Llucmajor
Honig und Kräuterprodukte
Tel.: +34 971 12 01 31 - Wochenmarkt unter freiem Himmel in Llucmajor
Jeden Freitag von 9:00 bis 13:00 Uhr
Stände mit Imkereiprodukten in der Straße Antoni Maura. - Productos Marín
Industrielle Herstellung von Johannisbrot-Produkten











